" /> Das Neue Frankfurt ist 80 Jahre alt
„Modern bis in die Fingerspitzen“:
Das Neue Frankfurt ist 80 Jahre alt
Spaziergänge durch die Siedlungen von Ernst May und die Architektur seiner Zeit

Frankfurt am Main, 5/2007. „Das Neue Frankfurt“ ist über 80 Jahre alt. Nicht die ultra-modernen Hochhäuser, das neu gestaltete Mainufer und andere ehrgeizige Projekte dieser Tage gehören dazu. „Das Neue Frankfurt“ entstand in der kurzen Zeitspanne zwischen 1925 und 1930 und hat weit über die Grenzen von Frankfurt am Main hinaus Architektur-Geschichte geschrieben. Helen Barr und Ulrike May haben sich mit den Projekten und Siedlungen, den Wohnformen und Gedanken dieser Zeit auseinander gesetzt. Fotografiert hat Rahel Welsen. Das Ergebnis ist ein etwas anderer Stadtführer. Er heißt „Das Neue Frankfurt“ und ist im Frankfurter B3 Verlag erschienen.

Die beiden Autorinnen nehmen den Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch einen bewegte Zeit. Immer auf den Spuren von Baudezernent Ernst May besuchen sie 9 Siedlungen und 7 Einzelbauten. Die Römerstadt und der Bornheimer Hang, das I.G. Farbenhaus, die Großmarkthalle und das Gesellschaftshaus im Palmengarten sind nur einige der Stationen und Orte, die damals für heiße Diskussionen sorgten. Zahlreiche historische Fotos wie z.B. das von der „Frankfurter Küche“, deren Prototyp gerade bei Sotheby’s unter den Hammer kam, lassen Erinnerungen wach werden – an eine Zeit, in der Frankfurt schon einmal als eine der modernsten Städte Deutschlands gefeiert wurde.

Unter der Ägide von Ernst May baute die „Brigade May“ in nur 5 Jahren fast 12.000 Wohnungen. Sie überzeugten vor allem durch ihre ästhetische, funktionale und städteplanerisch durchdachte Gestaltung. Doch was heute unbestritten als zukunftsweisendes Großprojekt gilt, wurde nicht von allen Frankfurtern mit Begeisterung aufgenommen. Auch von der Skepsis, die man den Ideen von Ernst May entgegen brachte, berichtet das Buch. Spitznamen wie „Gipsdielenhausen“, wie die Siedlung Riederwald scherzhaft genannt wurde, zeugen von der Häme, mit der man der gerade erfundenen, genormten Bauweise begegnete.

Ohne Zweifel gehört Ernst May zu den bedeutendsten Frankfurter Persönlichkeiten und hat das Stadtbild ganz entscheidend geprägt. Ihm und der Brigade May, die aus einer ganzen Equipe von Fachleuten bestand, ist es zu verdanken, dass in Frankfurt eines der international bedeutendsten Projekte der Moderne zustande kam. Gefördert mit Weitblick vom damaligen Oberbürgermeister Ludwig Landmann und beschrieben in einem Buch, das Zeugnis gibt von einer spannenden Zeit und ihren Zeitgenossen.

Die Autorinnen:
Helen Barr studierte Kunstgeschichte in Kiel, Heidelberg, Lyon und Florenz. Sie ist Mitglied der ernst-may-gesellschaft e.v. und führt regelmäßig durch die Siedlungen der May-Ära.
Ulrike May ist weder verwandt noch verschwägert mit Ernst May - aber seit vielen Jahren eine ausgewiesene Kennerin seines Schaffens. In 2003 gründete sie zusammen mit Architekten und Kunsthistorikern die ernst-may-gesellschaft e.v. und ist seither Mitglied des wissenschaftlichen Beirates.
Rahel Welsen studierte Freie Bildende Kunst mit der Fachrichtung Fotografie in Mainz und Darmstadt. Thema Ihrer Abschlussarbeit war die Architektur Ernst Mays.

„Das Neue Frankfurt “ von Helen Barr und Ulrike May umfasst 144 Farbseiten. Fotografiert hat Rahel Welsen. Das Buch ist im B3 Verlag, Frankfurt/Main unter ISBN-13: 978-3-938783-17-6 erschienen und kostet EUR 16,90.





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