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Die Ernährung von Intensiv-Patienten ist eine Wissenschaft für sich und erfordert viel Erfahrung. Die übliche Nahrungszufuhr ist bei Intensiv-Patienten oft nicht möglich oder sogar schädlich. Prof. Dr. Hans-Bernd Hopf, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und perioperative Medizin, Asklepios Klinik Langen, erklärt vor dem aktuellen Hintergrund der Diskussion um die richtige Ernährung von Intensiv-Patienten, wie sensibel die Ernährung seiner Patienten in Langen gehandhabt wird.
Qualität und Quantität der Ernährung von Intensiv-Patienten haben sich in den letzten 10 bis 15 Jahren aufgrund der Verbesserung von Anästhesie- und Operationstechniken grundlegend geändert. „Je nach Zustand des Patienten und Ausmaß des Eingriffs oder Traumas kann sofort ernährt werden - mit sogenannter „Astronautenkost“ oder sogar normaler Kost. Bisweilen macht es Sinn, einige Tage mit der Ernährung zu warten, bis ein Schockzustand sich gebessert hat oder behoben wurde. Denn die Verstoffwechslung der Nahrung ist ein aktiver Prozess und zum Beispiel während Schockzuständen eine zusätzliche Belastung für den Organismus“, so Prof. Hopf.
Grundsätzlich gibt es drei Varianten der Ernährung von Intensiv-Patienten: die enterale, über den Magen-Darm-Kanal stattfindende Ernährung, die parenterale, direkt in das venöse Gefäßsystem infundierte Ernährung und die Kombination aus beidem.
Bei der enteralen Ernährung handelt es sich um eine flüssige Nährstoffzufuhr je nach Bedarf bestehend aus Kohlenhydraten, Fetten, Eiweis, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, die über den Magen-Darm-Trakt verabreicht wird. Die Nahrung kann getrunken oder über eine Sonde zugeführt werden. Grundvoraussetzung für diese Art der Ernährung ist, dass das Verdauungssystem funktioniert.
Die Ernährung über Infusionslösungen wird dann notwendig, wenn Magen und Darm ihre Aufgaben nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen können. Alle wichtigen Nahrungsbestandteile gelangen bei der Ernährung über die Vene direkt ins Blut. Außerdem besteht die Möglichkeit, beide Ernährungsweisen zu kombinieren. Dies wird dann nötig, wenn der Magen-Darm-Bereich zwar weiterhin funktioniert, aber aus medizinischen Gründen nicht mit der Gesamtzahl der notwendigen Kalorien pro Tag belastet werden soll.
"Auf unserer Intensiv-Station passen wir die Ernährung kontinuierlich dem Gesundheitszustand des Patienten an. In Abhängigkeit von Alter, Ernährungszustand und Gesundheitsstatus des Patienten haben wir ein ausgeklügeltes Ernährungssystem entwickelt. Am Ende steht dann wieder der orale Kostaufbau, also die langsame Wiederhinführung zur ganz normalen Nahrungsaufnahme", erläutert Prof. Hopf. „so ist sichergestellt, dass der Patient in jeder Phase seiner Erkrankung optimal ernährt wird".
Fragen bitte an: Prof. Dr. Hans-Bernd Hopf, Chefarzt Zentral Abteilung für Anästhesie und perioperative Medizin, Tel: 06103 - 912 -1371