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An der Asklepios Klinik Sankt Augustin wird seit kurzem ein neues Operationsverfahren angewendet, das nur in wenigen spezialisierten Zentren Europas zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Behandlung angeborener Verkrümmungen der Wirbelsäule und Rippenfehlbildungen. Das aus den USA kommende Verfahren wurde für Kinder mit einseitigen Wachstumsstörungen und zusammengewachsenen Rippen an einer Seite der Wirbelsäule entwickelt. Bei dem VEPTR (vertical expandable prosthetic titamium rib) handelt es sich um ein mitwachsendes Implantat, das in einer zwei bis vierstündigen Operation eingesetzt wird. VEPTR bedeutet wörtlich übersetzt: vertikale, teleskopartig ausziehbare Titanrippe.
Häufig kann sich bei Kindern, die mit einer verkrümmten Wirbelsäule oder zusammengewachsenen Rippen zur Welt kommen, die Lunge aufgrund der beengten Verhältnisse im Brustkorb nicht voll entwickeln. Um der Lunge und anderen inneren Organen Platz zur adäquaten Weiterentwicklung zu geben, wurde das VEPTR erfunden. Dabei werden bei der Erstoperation zwei bis vier verlängerbare Titanrippen senkrecht am Brustkorb zwischen den Rippen eingesetzt. Auch eine Verbindung zwischen Rippen und Lendenwirbeln oder dem Becken ist möglich. Die Titanrippen werden dann im vier bis sechsmonatigem Rhythmus verlängert. Durch das so erreichte Aufspreitzen des Brustkorbes wird das Wachstum der Wirbelsäule angeregt und damit die Korrektur der Fehlbildung erreicht. Um die Beweglichkeit des Brustkorbes weiter zu erhöhen, werden bei dem Eingriff meist auch gleichzeitig zusammengewachsene Rippen voneinander getrennt.
Neben der direkten Formveränderung der Wirbelsäule hat das Verfahren unmittelbaren Einfluss auf die Herz- und Lungenfunktion. So verbessert sich bei den Patienten nach der Operation die Atmung. Fehlbildungsbedingte Störungen der Herzaktivitäten korregieren sich häufig von selbst. Der Vorteil der Aufrichtung der Wirbelsäule mittels VEPTR gegenüber einer operativen Korrektur direkt an der Wirbelsäule besteht im minimalen Lähmungsrisiko. Außerdem wird durch das herkömmliche Verfahren das Wachstum der Wirbelsäule gestoppt. Im Gegensatz dazu regt die VEPTR das Wachstum der Wirbelsäule an, und so wird ein Gewinn an Körpergröße erzielt.
Nach der Operation muss der Patient für rund drei Wochen stationär behandelt werden. Das Nachspannen des System erfordert im Allgemeinen einen kurzstationären Aufenthalt von zwei bis drei Tagen. Von dem System profitieren besonders Kinder unter zehn Jahren. Eine Implantation ist bereits im ersten Lebensjahr möglich.
„Wir haben in der Sankt Augustiner Kinderorthopädie diese für die Patienten so hilfreiche Methode eingeführt, weil angeborene Wirbelsäulenfehlbildungen häufig mit angeborenen Herzfehlern und Fehlbildungen des Magen-Darm-Traktes einhergehen“, so Urs von Deimling, Chefarzt der Abteilung für Kinderorthopädie an der Asklepios Klinik Sankt Augustin. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderherzzentrum und der Kinderchirurgie an der Asklepios Klinik Sankt Augustin, können wir so „unter einem Dach“ unseren kleinen Patienten optimal helfen.“
Rückfragen: Maria Günther, Pflegedienstleitung, Tel: 02241-249-300